Tiergestützte Pädagogik

Ein Ausflug auf den Reiterhof und was wir lernen durften

In der heutigen Zeit haben immer weniger Kinder einen direkten Kontakt zu Tieren und so freuten wir uns, in den Faschingsferien mit einigen Hortkindern einen nahe gelegenen privaten Reiterhof besuchen zu können. Manche hatten im Urlaub oder in ihrer Freizeit schon Kontakt und Umgang mit Pferden, andere waren das erste Mal auf einem Reiterhof.

Der Alltag an einem Hof

Die Kinder erhielten einen Einblick in die Hofarbeiten, durften den Lebensraum kennen und pflegen lernen und auch die Verhaltensweisen der Tiere beobachten. Außerdem war der Umgang, die Nachsorge und das Füttern eines Pferdes unser Thema. Den Kindern eröffnete sich in über viereinhalb Stunden ein weiterer Raum für das freie Spiel, für eigene Entdeckungen und Erfahrungen mit dem naturnahen Lebensraum.

Steigerung des Verantwortungsbewusstseins

Ein Kind aus der Gruppe war besonders bemüht die Stall- und Hofarbeit gewissenhaft zu erledigen. Das sonst eher stille, zurückhaltende Mädchen agierte auf dem Reiterhof auf einmal sehr bestimmt. Die Kontaktaufnahme zu den Hofbesitzern gelang ihr ganz leicht, während sie sich sonst eher introvertiert verhält. Sie gab erhaltene Informationen und Anweisungen an die anderen Kinder weiter und erledigte konsequent die ihr zugetragenen Aufgaben. Wurde ihr etwas Neues erklärt hörte sie konzentriert zu und spiegelte das neu erlangte Wissen danach in ihrem Tun. Das in seinem Bewegungsverhalten eher auffällige Mädchen spielte aktiv mit dem Hofhund, jedoch immer vorsichtig und das Verhalten des Tiers beobachtend.

Nach der Hofarbeit und der Mittagspause begann eine Kleingruppe mit der Pferdepflege. Eines der älteren Kinder putzte das Pferd mit starken Bewegungen am Hals. Das Mädchen kam zu der Pflegesituation hinzu, beobachtete Kind und Pferd während des Striegelns und nach kurzer Zeit sagte sie laut und deutlich zu dem wesentlich älteren Kind: „Hör auf so arg zu putzen! Das Pferd mag das nicht!“ Das Pferd schlug minimal mit nach hinten gedrehten Ohren mit dem Kopf. Daraufhin wurde das ältere Kind in seinen Bewegungen sanfter. Das Pferd klappte die Ohren nach vorne und senkte zufrieden den Kopf.

Stärkung des Selbstwertgefühls

In den Tagen nach dem Ausflug viel auf, dass besagtes Mädchen auch im Hort Alltag wesentlich selbstbewusster agierte und lauter und deutlicher sprach, als zuvor. Die Eltern meldeten zurück, dass ihr Kind auch zuhause noch oft von dem Ausflug erzählte und sie hofften, dass ein solcher Besuch erneut stattfinden kann.

Das Mädchen hatte zuvor nur Erfahrung im Umgang mit Kleintieren. Die Verhaltensweisen von Hunden und Pferden war völlig neu für sie. Es stellte sich auf diesem Ausflug heraus, dass sie sehr empathisch und einfühlsam mit den Lebewesen aus ihrer Umwelt umgeht. Den Gemütszustand der Tiere anhand ihres Verhaltens deuten und schnell eine Beziehung zu ihnen aufbauen kann. Die positiv geprägte Interaktion mit den Tieren war nicht nur nach außen deutlich zu sehen, sondern auch spürbar für das Kind, wodurch sie seelisch gewachsen ist und ihr Selbstwertgefühl und ihr Selbstbewusstsein gestärkt wurden. Das wiederum hatte positive Auswirkungen auf das Verhalten des Mädchens in ihrem Alltag.

Fazit

Ein schönes Beispiel für positive Effekte der tiergestützten Pädagogik auf das Verhalten von Kindern durch die Zusammenarbeit mit Tieren. Auch für die Zusammenarbeit mit den Eltern, die uns unterstützt haben, möchten wir uns an dieser Stelle bedanken…

Hier ein paar Impressionen und das Arbeitsblatt der Kinder…

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